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Platz 1 der IT-Arbeitgeber: Lernen als Motor

20. März 2019    Bei MaibornWolff / Great Place to Work / Lernende Organisation / Weiterbildung

MaibornWolff ist zum siebten Mal in Folge in der Spitzenposition der IT-Arbeitgeber. Das Team erlangt den 1. Platz der "Besten Arbeitgeber ITK" mit 101 bis 500 Mitarbeitenden. Am vergangenen Donnerstag (14. März 2019) haben wir uns schon vom 1. Platz im Gesamtwettbewerb der Unternehmen überraschen lassen, hier in der Kategorie mit 251 bis 500 Mitarbeitenden (hier geht’s zur Meldung).

Lernen statt Unterricht

In der Umfrage von Great Place to Work loben 96 Prozent der befragten Mitarbeiter_innen die Angebote ihres Arbeitgebers für die berufliche Weiterbildung. "Der Faktor 'Lernen' ist für viele Kolleginnen und Kollegen schon jetzt so wichtig wie die Kultur", sagt Volker Maiborn, Geschäftsführer von MaibornWolff. Das Unternehmen fördert Lernen und persönliche Weiterbildung durch das im Arbeitsvertrag geregelte Monatsgehalt für Weiterbildung: Jede_r Mitarbeiter_in hat ein zusätzliches Brutto-Monatsgehalt pro Jahr, das er oder sie in Schulungen investieren kann.

Dabei wirken herkömmliche Schulungen oft nur kurz. Das gilt besonders für Angebote, die Methoden und Haltungen vermitteln wollen. Ein Grund ist die Lernform: Schulungen sind dem Unterricht aus der Schule nachempfunden. Nach der veranschlagten Zeit gehen Teilnehmer_innen mit viel eingetrichtertem Stoff und wenig gelerntem Wissen nach Hause. Selbst wenn diese Art der Lernerfahrung nicht durch die eigene Schulkarriere negativ besetzt ist, sind Impulse und Ideen spätestens nach dem nächsten Wochenende wieder verflogen. Was fehlt sind konkrete Transfers in den Arbeitsalltag. Neue Lernangebote sollen wirksamer sein. Wir arbeiten an drei konkreten Veränderungen:

Lernen lernen

Statt Menschen unterrichten zu lassen, schaffen wir Gelegenheiten zum Lernen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass Mitarbeiter_innen verstehen, dank welcher Bedingungen sie gerne und gut lernen. Der eine fühlt sich nur wohl, wenn er regelmäßig "Alles-ok-Meldungen" der Kollegen im Projekt bekommt. Die andere bevorzugt einen Lernraum weit weg vom Projektalltag. Bei manchen Menschen festigt sich Gelerntes durch den Austausch in einer Lerngruppe, andere brauchen das direkte Ausprobieren nach einem Online- oder Video-Tutorial. Nicht selten spielen Tageszeiten eine Rolle.

Viele Menschen haben das eigene Lernverhalten in ihrer Bildungsgeschichte bereits kennen gelernt. Um dieses Wissen auszubauen, bieten sich Entwicklungsgespräche an: Hier fragen Führungskräfte oder gezielt geschulte Coaches nach guten Erfahrungen in der Vergangenheit. Diese fließen auch in Kompetenzanalysen ein, die Mitarbeitende bei MaibornWolff bekommen. Wenn Mitarbeitende das möchten, lernen sie in berufsbezogenen Achtsamkeitstrainings, sich gut zu reflektieren. Das kann ihnen helfen, die eigene Lerngeschichte besser zu verstehen.

Neue Lernformen testen

Als zweites Element brauchen wir neue Lernformen. Statt vorgeschriebenem und unflexiblem Frontalunterricht sollen Inhalte die Form annehmen, die den Lernenden zusagt. Unser Ziel ist, dass Mitarbeiter_innen in Zukunft beispielsweise Wissen über ein bestimmtes Framework oder eine Workshop-Methode abrufen, wenn sie es konkret im Projekt brauchen. Dabei sollen sie die Form wählen können, die ihnen zusagt: Coaching oder Pair Programming, ein Online-Tutorial oder Lektüre für eine Bahnfahrt. Schließlich lernt Jede_r anders. Wir experimentieren mit einigen neuen Formen, beispielsweise einer Online-Learning-Plattform und fachlichem Coaching. Einige fachliche Weiterbildungen verteilen große Wissenspakete über mehrere Termine und geben für die Zwischenzeiten Übungen zum Vertiefen des Gelernten. Und Pair Programming kann auch außerhalb der Software Entwicklung zur Ausbildung eingesetzt werden. Schließlich experimentieren wir mit komplett neuen Lernformen: Unser Kollege Julian bereitet Wissen so auf, dass sich die Teilnehmer_innen seines Workshops Informationen selbst erschließen. So können sie an bereits Verstandenes anknüpfen (hier geht’s zum Blog).

Kompetenzen ausbauen statt Wissen eintrichtern

Wissen kann man bei Bedarf online finden. Wir wollen Kompetenzen bei Menschen entwickeln. Dazu gehört zum Beispiel, dass sie die eigenen Stärken kennen, oder wissen, wie sie selbst gut lernen. Außerdem brauchen Menschen in komplexen Wissensdomänen Fähigkeiten, um sich neues Wissen schnell anzueignen. Für Projektarbeit und die Zusammenarbeit mit Ansprechpartner_innen bei Kunden und Partnern brauchen Mitarbeiter_innen Fertigkeiten in Kommunikation und Konfliktlösung. Ähnlich ist es bei Führungsaufgaben auf allen Ebenen, von der Geschäftsführung über fachliche Führung im Projekt bis zur Betreuung von Studierenden. Noch sind in unserem Weiterbildungsangebot viele Wissensvermittlungen aufgeführt. Unser Ziel ist, mehr Angebote zu entwickeln, die den Vorlieben unserer Mitarbeiter_innen gerecht werden.

Persönliche Weiterentwicklung durch Neues Lernen

Mit der Zustimmung zur Lernkultur von 96 Prozent liegt MaibornWolff in der aktuellen Studie über Arbeitsplatzkultur von Great Place to Work über dem Benchmark. Das müsse nicht so bleiben, meint Volker Maiborn: „Talente werden sich in Zukunft wegen der Chancen zur persönlichen Weiterentwicklung für oder gegen einen Arbeitgeber entscheiden.“ Die aktuell hohe Zufriedenheit der Mitarbeiter_innen zu den Weiterbildungsangeboten ist Ansporn für die geplanten Veränderungen. „Wir wollen die Fähigkeit jedes und jeder Einzelnen zum Lernen erhalten“, gibt Volker Maiborn als Leitbild aus.

Das Thema „Lernen“ steht in einer Reihe von Veränderungsprozessen, für die MaibornWolff die Ergebnisse der anonymen Umfrage von Great Place to Work nutzt. Die Geschäftsleitung vergleicht den Zustimmungswerte zu jeder der mehr als 50 Fragen mit denen der Vorjahre. So erkennt sie früh Themen mit Handlungsbedarf. Hier werden gezielt neue Regelungen oder Leitplanken entwickelt. Gleichzeit geben die Zufriedenheitswerte für strategisch wichtige Themen wie „Lernen“ Auskunft darüber, wie neue Konzepte angenommen werden. Dieser stetige Verbesserungsprozess ist wesentlich für die erneute Spitzenplatzierung unter den besten Arbeitgebern der ITK-Branche.