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Blockchain spielerisch verstehen

Von Bosco Bellinghausen

13. Februar 2017

Die Blockchain-Technologie hat im letzten Jahr den Sprung in die Öffentlichkeit geschafft: Tageszeitungen und Wirtschaftsmagazine berichteten über die Technologie, die hinter dem Bitcoin steht. Und nicht nur IT-Unternehmen erforschen die Grenzen der neuen Technologie: In der Initiative B3i erforschen fünf Versicherungsunternehmen, was die Blockchain für sie leisten kann (siehe heise.de). Und auch die Bundesbank und die Deutsche Börse arbeiten an Blockchain-Szenarien (auch hier heise.de). Der Hype verfestigt sich zu einem Trend. Doch für viele Führungskräfte ist die Blockchain nicht greifbar.

Ein interaktives Workshop-Format von MaibornWolff erklärt das Thema spielerisch. Im ersten Teil erfahren Teilnehmer, wie die Technologie verschlüsselte Informationen verteilt speichert. Nebenher verstehen sie Grundbegriffe und das Zusammenspiel der technischen Komponenten.

Eine der Grundfunktionen ist das Mining, bei dem neue Blöcke erstellt werden. Das Spiel veranschaulicht die Grundfunktion für diesen komplizierten Vorgang. Rechner im verteilten Netzwerk konkurrieren untereinander, wer eine komplexe Rechenaufgabe als erstes löst.

Um dieses zentrale Konzept zu verstehen, hat MaibornWolff das „Mathespiel“ entwickelt: Workshop-Teilnehmer werden zu Minern, die die Rechenaufgaben lösen müssen, und Nodes, die die Ergebnisse validieren. Miner, die am schnellsten das Ergebnis errechnet haben, können einen Block kreieren. Der Miner, der am Ende des Spiels am meisten Blöcke kreiert, also errechnet hat, gewinnt. Zum Glück muss man kein Mathegenie sein, um das Spiel gewinnen. Auch taktische Spieler können das Spiel für sich entscheiden. Alle Teilnehmer gewinnen den Aha-Moment, ein wichtiges Phänomen der Blockchain-Technologie zu verstehen.

Smart Contracts, ein zentrales Konzept der Ethereum-Blockchain, revolutionieren die Art, wie wir Geschäftsmodelle denken. NASDAQ wickelt darüber die Eigentumsübertragung von Wertpapieren ab (siehe hier). Und Energieversorger rechnen mit Smart Contracts den Stromkonsum an Ladesäulen ab (auch hier ein Link).

Die digitalen Verträge prüfen kausale Zusammenhänge autonom und lösen anschließend definierte Aktionen aus. Da der Vertrag – wie alle Daten – verteilt bei den Teilnehmern der Blockchain gespeichert wird, sind die Einträge in der Blockchain manipulationssicher. Dank korrekter und manipulationssicherer Daten sowie der sich fortschreibenden Dokumentation der Transkationen kann die Blockchain Aufgaben von unparteiischen Dritten, etwa Notaren, übernehmen. Mehr darüber schreibt Dirk Röder in seinem Artikel im Objektspektrum, hier im Download.

Im Workshop lernen Teilnehmer die Funktion eines Smart Contractes an einem eigens entwickelten 3D-Modell, das eine Gegenstandsübertragung ohne Intermediär simuliert, zum Beispiel ein Wohnungskauf ohne die Vermittlerdienste eines Notars, eine Überweisung ohne Bank oder eine Peer-to-Peer Autovermietung.

Im dritten und letzten Teil wenden die Teilnehmer das gewonnene Wissen in einer Kreativ-Session praktisch an und entwickeln selbst mögliche Use Cases. MaibornWolff hat für diesen Zweck das „Digital Venture Game“ entwickelt: Workshop-Teilnehmer entwickeln in Zweier-Teams und in einer vorgegebenen Zeitspanne Ideen für eine Fragestellung, die für ihre Branche oder ihr Unternehmen relevant ist – bei einem Handelsunternehmen könnte die Fragestellung beispielsweise lauten: „Wie kann die Blockchain Technologie Ihre Supply Chain verändern?“ Die Fragestellung ist individuell auf die Workshop Teilnehmer abgestimmt. Nachdem die Zeit abgelaufen ist, pitchen jedes Zweier-Team den anderen Teilnehmern seine Ideen. Am Schluss investieren alle Teams mit Spielgeld in die Idee, die sie am besten überzeugt hat. Mehr über das Spiel erfahren Sie hier

Teilnehmer gewinnen im Workshop ein Grundverständnis für die Blockchain-Technologie; und sie entwickeln Ideen für erste Prototypen, die sie mit in den Unternehmensalltag nehmen können. 

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