Ann-Cathrin Klose

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UX-Trendradar: Ist Touchless Touch die richtige Lösung für den Kunden?

Manche UX-Trends klingen richtig futuristisch, so auch der Favorit von UX-Designerin Andrea Müller: Touchless Touch findet die Expertin unheimlich faszinierend. Wie im Film kommen ihr die Konzepte vor, um die es hier geht: Man vollführt eine Geste in der Luft, ohne Bildschirm, und der Computer versteht, was man von ihm will. Das klingt nach Science Fiction und Raumschiffen. Und ist gar nicht mehr so weit weg. Immerhin ist das Konzept des Touchless Touch schon in der Trial-Phase angelangt. Das heißt, dass die Expert:innen es noch nicht als bereit für den ganz großen Einsatz einschätzen. Für experimentierfreudige Kunden und ausgewählte Anwendungsfälle kann man das Konzept aber schon in Erwägung ziehen.

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Einen Schritt weiter ist die reine Gestensteuerung, die es bereits in die Gruppe der ausgereiften Technologien geschafft hat. Geräte lernen dafür, menschliche Gesten so gut zu verstehen, dass sie darauf richtig reagieren können. Die Idee ist, eine natürlichere Interaktion zwischen Mensch und Maschine zu ermöglichen. Neben Handbewegungen sind darin zum Beispiel auch Gesichtsausdrücke eingeschlossen. Als ausgereifte Technologie kann die Gestensteuerung im Rahmen des richtigen Anwendungsfalls einen großen Mehrwert für Kunden bieten. Das macht das UX-Trendradar sichtbar.

Das UX-Trendradar: Reifegrade für die richtige Entscheidung

Insgesamt haben die Expert:innen vier Reifegrade für UX-Trends identifiziert:  „Adopt“ umfasst Trends, die heute zur Anwendung am Markt bereit sind; „Trial“ bezeichnet UX-Konzepte und Technologien, mit denen sich erste Versuche lohnen; „Assess“ umfasst Konzepte, die künftig wichtig sein werden; Trends in „Hold“ haben sich noch nicht durchgesetzt.

Esther Eilker, Leiterin des Bereichs Product Experience Design bei MaibornWolff, erklärt, dass diese Einordnung so wichtig ist, weil ihre Kunden sich in einem Markt mit hohem Innovationsdruck befinden. Die Erwartungen der Endnutzer verändern sich konstant anhand ihrer Erfahrungen; Spotify über Alexa abzuspielen ist heute ja beispielsweise zur Normalität geworden, genau wie die Smartwatch am Handgelenk. Hier gilt es, mitzuhalten: Wer mit seinen Produkten punkten will, muss die neusten UX-Konzepte verwenden, sollte sich dabei aber nicht in Experimenten mit unausgereiften Technologien verlieren. Darum ist für das Design exzellenter Software Product Experiences nicht nur das Wissen um die neusten Trends wichtig – es kommt auch darauf an, die richtigen Entscheidungen für den jeweiligen Use Case zu treffen. So übertrifft man mit Trend-Themen die heutigen Erwartungen der Nutzer, erfüllt auch morgen ihre Bedürfnisse und ist zugleich dem Wettbewerb voraus.

UX: Eine Frage des Details

Diese Ausrichtung zeigt auch die Fein-Unterteilung des Radars. So sind Smart Watches natürlich längst im Herzen der UX-Welt angelangt und als „Adopt“ klassifiziert. Smarte Bekleidung hingegen ist noch als Trial markiert – das kann man heute schon ausprobieren, ein flächendeckender und kostengünstiger Einsatz ist aber noch nicht möglich. Dafür sind noch zu viele Probleme ungelöst. Smarte Ringe beurteilen die UX-Expert:innen sogar als „Hold“ – ein Konzept, das sich noch nicht durchgesetzt hat. So funktioniert das UX-Trendradar auch als Werkzeug zur Beratung von Kunden: Mit welchen Trends lässt sich der Use Case am besten umsetzen, wo gibt es noch zu viele Hürden? Die UX-Expert:innen haben mit dem Radar immer den vollen Überblick und helfen ihren Kunden dabei, die optimale Entscheidung für ihr Projekt zu treffen.

Wer mehr über das UX-Trendradar wissen möchte, kann das E-Paper herunterladen. Dort ist das komplette Radar zu sehen, mit Erläuterungen dazu, was damit gemeint ist.



Über die Autorin

Ann-Cathrin Klose

Senior Marketing Expert

Ann-Cathrin Klose arbeitet seit Oktober 2021 im Marketing von MaibornWolff. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung der Firmenwebsite und der strategischen Content-Arbeit. Zuvor hat sie für einen IT-Fachverlag Zeitschriften und Konferenzen gestaltet.