Von Dirk Röder

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TalkAbout

Blockchain für 180 Kollegen

Die Aufgabe: Bringe 180 Kollegen auf dem jährlichen Firmenseminar in vier Stunden Blockchain und Bitcoin nahe. Die Lösung: Blockchain-Grundlagen im Mini-Theaterstück, Anwendungen finden im Blockchain-Spiel, Lightning Talks über die F&E-Projekte bei uns und Impulse aus dem externen Vortrag und Fishbowl-Diskussion für die gesellschaftlichen Auswirkungen. Viele Fragen, Anregungen und eine fundierte Diskussion später reden viele Kollegen bis […]

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Die Aufgabe: Bringe 180 Kollegen auf dem jährlichen Firmenseminar in vier Stunden Blockchain und Bitcoin nahe.

Die Lösung: Blockchain-Grundlagen im Mini-Theaterstück, Anwendungen finden im Blockchain-Spiel, Lightning Talks über die F&E-Projekte bei uns und Impulse aus dem externen Vortrag und Fishbowl-Diskussion für die gesellschaftlichen Auswirkungen. Viele Fragen, Anregungen und eine fundierte Diskussion später reden viele Kollegen bis tief in die Nacht über Blockchain. Ziel erreicht.

Und jetzt noch mal als Langfassung

Seit 2009 geistert die kryptografische Währung Bitcoin durch die einschlägigen IT-Zeitungen und erreicht nach dem Absturz von 1000 US-$ pro Bitcoin zweifelhaften Ruhm. Dem ging ein sagenhafter Anstieg voraus. In den vergangenen 20 Monaten dominiert der technische Teil von Bitcoin die Medien: Die Blockchain ist das dezentrale, autonome Buchungssystem hinter dem Bitcoin. Genügend Anlass, um alle Kollegen von diesem Thema zu begeistern.

Intelligente Verträge

Der “smart contract” ist eine Erweiterung der Blockchain-Funktionalitäten – und ein sperriger Begriff. André Mundo und ich erklärten ihn mit einem Beispiel aus dem Alltag: am Kauf einer Immobilie und den damit verbundenen Prozessen, Voraussetzungen und Kosten. Wir haben einen “smart contract“ zum Anfassen gebaut. Er zeigt die Funktionsweise der Wenn-Dann-Verknüpfung einer Blockchain. Bei einem Immobilienkauf ist das der Vorgang “Kaufpreis gegen Grundbucheintrag”. Mit der Blockchain-Technologie wäre das ohne Notar möglich. Das war für viele Kollegen der Augenöffner zum Potenzial der Technologie: Die Blockchain könnte dafür sorgen, dass der Immobilienkauf viel schneller, einfacher, günstiger und genauso sicher funktioniert – für Staat und Bürger!

Aber MaibornWolff wäre nicht MaibornWolff, wenn sich nicht schon der eine oder andere Kollege mit dem Thema befasst hätte. Das Unternehmen gibt uns viel Freiraum für Forschung & Entwicklung. Und so entstanden über die letzten Wochen neben dem Projektalltag die Blockchain-Projekte „Royality Ledger“ und „Nooks“. Ersteres soll die Dokumentation von Urheberrechten lösen, eine Frage für Unterhaltungsindustrie oder Kunsthandel. Die „Nooks“ sind digitale Türschilder, die die Raumbelegung anzeigen. Die Blockchain regelt das Belohnungssystem für das Aufladen der Batterien zwischen Nook und Mensch. Beide Teams zeigten ihre Projekte in Lightning Talks. 

Einigung in der Blockchain spielen

Selbstverständlich findet man Unmengen an Artikeln über Blockchain, Bitcoin oder allgemein kryptografische Währungen. Die meisten dieser Texte sind zu trocken, um die Genialität von Bitcoin und Blockchain rüber zu bringen. Wir hatten einen spielerischen Ansatz mitgebracht, um das komplexe Thema plastisch zu machen: das Konsens-Spiel. Für viele, die zum ersten Mal von der Blockchain hören, ist genau der Teil der Einigung von dezentralen Rechnern auf eine gemeinsame Datenbasis ein Mysterium. Das Spiel vermittelt einfach und klar, wie sich diese Rechner untereinander auf eine gemeinsame Sicht der Dinge einigen. Zusätzlich entstehen noch lustige Ideen für Anwendungen der Blockchain-Technik bei MaibornWolff. In Abstimmung mit der Geschäftsführung werden die besten prämiert und in einem Hackathon als Prototyp erstellt werden.

Verantwortung als IT-ler für Gesellschaft

Nach dem Gastvortrag von Shermin Voshmgir vom Blockchainhub aus Berlin diskutierten viele meiner Kollegen leidenschaftlich die gesellschaftlichen Fragen rund um die Blockchain-Technologie. Volker Maiborn fasste die Diskussion zusammen: “Unsere Verantwortung als IT-Experten für das Potenzial der Blockchain fängt heute an.”


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Von Dirk Röder