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Fun with Bugs: Unsere erste Bug Bash

 und Katharina Warak
25. Juli 2018

Kollaborative Testmethoden zielen darauf, die User einer Software ins Testing einzubeziehen. Weitere kollaborative Testmethoden beschreibt Benedikt Wörner in seinem Artikel. Aus der Praxisperspektive beschreiben Katharina Warak und Lisa Dill, was eine Bug Bash ist und wie sie ihre organisiert und erlebt haben.

Könnt ihr kurz erklären, was eine Bug Bash ist?

Lisa: Die Bug Bash wird auch als Tester Party bezeichnet. Es ist ein Wettbewerb, bei dem sich die Teilnehmer in kleinen Gruppen zusammenfinden und gemeinsam eine Software erkunden. Dabei gewinnt die Gruppe, die die meisten Fehler findet.

Frage: Gibt es besondere Spielregeln für eine Tester Party?

Katharina: Es gibt vier verschiedene Rollen: Invitees, Stager, Bugmaster und den Notetaker.

  • Invitees sind die Teilnehmer, die in Wettkampfgruppen nach Bugs jagen.
  • Der Stager schafft die Voraussetzungen für eine gelungene Party. Er kümmert sich um Location, Essen, Getränke und nicht zu vergessen: die Testgeräte mit der installierten Testsoftware.
  • Der Bugmaster spielt den Schiedsrichter und achtet auf die Rollen- und Zeiteinhaltung, während der Notetaker die gefundenen Bugs zählt und bewertet. Anschließend bestimmt er die einzelnen Gewinnerteams.

Teilnehmer einer Bug Bash sind in vier Rollen unterwegs

Katharina, du warst die Veranstalterin. Welche Vorbereitungen hast du getroffen?

Katharina: Wie bei jeder Party braucht es die richtige Location, Getränke und Snacks. Ich habe mich für einen großen Besprechungsraum als Location entschieden, dort habe ich die Wettkampfgruppen an mehrere kleine Tische verteilt. Zudem gab es Zettel, auf denen unsere Tester gefundene Fehler detailliert notieren konnten - etwa zu Priorität und Reproduzierbarkeit.

Außerdem stand pro Tisch ein Android- oder ein iOS-Handy bereit, auf dem die zu testende App vorinstalliert war. Am Tag vor der Party habe ich mich um das leibliche Wohl und die Dekoration gekümmert.

Können auch Kolleginnen und Kollegen ohne Vorkenntnisse als Tester teilnehmen?

Katharina: Ja klar! Die Methode eignet sich besonders gut für Tester ohne Vorwissen. Von den unterschiedlichen Blickwinkeln und Erfahrungen verschiedener Invitees können die Wettkampfgruppen nur profitieren. Unserer Partywütigen stammten aus dem Marketing, den Fachbereichen, den Project Ownern, den Kollegen aus Entwicklung und Test. Zusätzlich waren Praktikantinnen und Werksstudierende dabei. Willkommen ist jeder.

Wie lief die Bug Bash ab?

Lisa: Zu Beginn bekamen wir eine Einführung, wurden in kleine Wettkampfgruppen eingeteilt und durften gleich loslegen. Im Team konnten wir uns zwanglos austauschen. Aus den Erfahrungen meiner Mitstreiter sind die unterschiedlichsten Testideen entstanden. Ich habe zum Beispiel generelle Funktionen auf meinem iPhone kennengelernt, die ich nie genutzt, geschweige denn gekannt habe. Mit den kreativen Ideen kam der Ehrgeiz, mehr Bugs zu finden. Nach der Bug-Suche diskutierten wir darüber, wer welchen Fehler entdeckt, wie man eine bestimmte Funktion gefunden oder ein Problem gelöst hat. Es hat Spaß gemacht!

Katharina: Gefühlt sind sich die Leute auf Augenhöhe begegnet. Sie haben die verschiedensten Anregungen mit in die Jagd eingebracht. Dadurch gab es für mich am Ende jede Menge Zettel mit den unterschiedlichsten Bugs. Ein Team hatte etwa die simple Idee, die Spracheinstellung am Gerät in Arabisch umzustellen. Das hat einige neue Bugs zum Vorschein gebracht.

Lisa: Nach der Auswertung fand die Siegerehrung statt. Es gab eine Medaille für das Team, das den kritischsten Bug gefunden hatte, eine für den kreativsten Bug und eine für das Team, das die meist Bugs entdeckt hat. Am Ende hat jede Gruppe eine Medaille bekommen.

Katharina: Das zeigt: Jedes Team war auf eine andere Art beim Bug jagen erfolgreich.

Was passiert nach einer Bug Bash idealerweise mit den gefundenen Bugs?

Katharina: Die gefundenen Bugs sollten natürlich bearbeitet werden. Wir haben sie den App-Verantwortlichen gezeigt, die sie beurteilt und behoben haben.

Wie kam die Bug Bash bei den Teilnehmern und euch an?

Lisa: Kurz vor Feierabend gab es eine kurze Feedbackrunde. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Wir haben an der Stimmung und der Art, wie die Teilnehmer berichtet haben, gemerkt, dass die Bug Bash Spaß gemacht hat. Alle waren sich einig, dass so ein Event öfter und eventuell auch früher im Entwicklungsprozess stattfinden sollte. Dadurch bekommt man früher einen Eindruck vom System und dessen Qualität.

Und eure Meinung zur Bug Bash?

Katharina: Ich habe es sehr genossen, ein Teil der Veranstaltung zu sein und die Sichtweisen aller Wettkämpfer mitzubekommen. Außerdem konnte ich neue Eindrücke über die App sammeln. Diese Methode eignet sich besonders gut, um eine breitere Testabdeckung vor dem Release zu erreichen.

Lisa: Das Schöne an diesem Event war, dass es zwanglos und entspannt ablief. Da tatsächlich viele Bugs gefunden wurden haben wir gleichzeitig zur Qualitätssicherung der App beigetragen. Ich hatte nicht nur Spaß, sondern auch das schöne Gefühl, etwas geschafft zu haben.


Für mehr Informationen kontaktiere Katharina und Lisa per E-Mail oder als Kommentar.

 

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