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Interoperabilität der Blockchain

Von Florian Maier
31. Oktober 2018

Blockchain muss interoperabel sein

Ein Meinungsbeitrag

Die Blockchain hat das Potenzial, einige Branchen maßgeblich zu revolutionieren. Die Automobilindustrie, Banken, Retail oder auch der Energiesektor untersuchen aus diesem Grund intensiv Auswirkungen auf bestehende Geschäftsmodelle und die existierende technische Infrastruktur.

Einer der insbesondere im Mittelstand am häufigsten genannten Hinderungsgründe für die Adaption lässt sich unter dem Stichwort Interoperabilität zusammenfassen. Ausformuliert lautet das Argument: "Fehlende Anbindungen von DLTs verhindern Interoperabilität."

Interoperabilität der Distributed-Ledger-Technologie (DLT): nächste Schritte

Was verstehen wir unter Interoperabilität im DLT-Kontext? Grundsätzlich bezeichnet "Interoperabilität" die Fähigkeit zur Zusammenarbeit von verschiedenen Systemen, Techniken oder Organisationen. Insbesondere wollen wir in diesem Artikel zeigen, warum Middleware dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor ist und wie die Anbindung von Legacy- und Bestandssystemen an die Blockchain realisiert werden kann.

Je mehr Distributed-Ledger-Technologien in Softwarearchitekturen Einzug erhalten, desto wichtiger wird also die Standardisierung gemeinsamer Schnittstellen und Protokolle, um eine hohe Interoperabilität zwischen Bestandssystemen und einem Blockchain-Netzwerk zu gewährleisten.

Middleware und Plattformen - Status Quo

Viele Open-Source Projekte sowie zahlreiche große Hersteller und Serviceprovider bieten professionellen Support für DLT-Plattformen an. So hat Amazon unlängst eigene Vorlagen für die unkomplizierte Bereitstellung von verschiedenen Blockchain-Netzwerken und den notwendigen Entwicklertools in die hauseigene AWS-Plattform integriert. Das Ökosystem bietet hier im Grunde alles, was das Entwickler-Herz begehrt.

Für alle populären Programmiersprachen stehen inzwischen passende Frameworks zur Verfügung und täglich kommen neue hinzu. Web-Entwickler finden sich mit web3js schnell im Ethereum-Netzwerk zurecht. Das von IBM und anderen großen Firmen getriebene "Hyperledger" setzt mit seinem Chaincode auf eine solide Basis aus Go, node.js und Java, dem Platzhirsch im Enterprise-Umfeld.

Doch nicht nur öffentliche DLTs sind gefragt. Das Berliner Start-Up "BigchainDB" stellt mit ihrem gleichnamigen Produkt "BigchainDB" eine Komponente zur Verfügung, die sich wie ein Drop-In Replacement für eine Datenbank verhält. Das bedeutet, BigchainDB verhält sich wie eine Datenbank, aber mit den Eigenschaften einer Blockchain. Legacy-Systeme profitieren davon, da die notwendigen Anpassungen in der Regel deutlich geringer ausfallen.

Oder Blockchain-as-a-Service?

Natürlich erfordert der Einsatz einer Blockchain in vielen Fällen Anpassungen an bestehenden Anwendungen. Dabei werden viele unterschiedliche Technologien und Kommunikationsprotokolle verwendet. In kürzester Zeit kommen neue Werkzeuge hinzu, Standards etablieren sich im Moment noch schleichend. Eine der Herausforderungen ist also sicherlich, mit der schnellen Entwicklung Schritt zu halten. 

Blockchain-as-a-Service-Angebote (kurz BaaS) ermöglichen hier einen effektiven Einstieg in DLTs mit einer Infrastruktur, die mit dem Bedarf wachsen kann und für die ein dedizierter Ansprechpartner zur Verfügung steht. Insbesondere erste Pilot-Projekte profitieren unserer Erfahrung davon, da der Fokus auf dem Mehrwert von DLT für das Geschäftsmodell liegt, und erstmal nicht auf der Technologie.

Grundsätzlich steht eher ein Überangebot als ein Mangel an Werkzeugen für die Integration zur Verfügung. Projekte wie BigchainDB verringern den Aufwand; und in manchen Fällen wird gar erst durch DLT eine effektive Verknüpfung von Legacy Backends möglich.

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