Besen fegt Code, symbolisiert Clean Code.

Clean Code – für ein effizientes Arbeiten

Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten

HomeRatgeberClean Code
Autor: Richard Gross
Autor: Richard Gross

Clean Code ist der Schlüssel zu Software, die auch morgen noch wartbar und effizient ist. Er reduziert technische Schulden, beschleunigt die Entwicklung und verhindert, dass Ihr Projekt zum unwartbaren Legacy-Monster wird. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Prinzipien wie KISS und DRY pragmatisch anwenden, um Fehler zu minimieren und Prozesse nachhaltig zu verbessern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist Clean Code? Clean Code bezeichnet Software-Code, der intuitiv verständlich, einfach zu lesen und leicht zu warten ist. Er kommuniziert seine Absicht klar und vermeidet unnötige Komplexität, sodass Fehler minimiert und Anpassungen beschleunigt werden.
  • Warum ist Clean Code wichtig? Sauberer Code sichert die langfristige Handlungsfähigkeit von Entwicklungsteams. Er reduziert die „Time-to-Market“, senkt die Einarbeitungszeit für neue Entwickler und verhindert, dass technische Schulden die Weiterentwicklung blockieren.
  • Welche Prinzipien sind zentral? Die wichtigsten Leitlinien sind KISS (Keep It Simple, Stupid) für Einfachheit, DRY (Don’t Repeat Yourself) zur Vermeidung von Duplikaten und SRP (Single Responsibility Principle), wonach jede Komponente nur eine einzige Aufgabe erfüllen soll.
  • Wie setzt man Clean Code um? Durch kontinuierliches Refactoring, disziplinierte Code-Reviews (4-Augen-Prinzip) und testgetriebene Entwicklung (TDD). Unsauberer Code sollte als technische Schuld in einem Backlog verwaltet und systematisch abgebaut werden.

Clean Code – die Vorteile

Übersicht zu Clean Code Vorteilen: Anpassung, Wartung, geringe Onboarding-Zeit, Entwicklerzufriedenheit.
  • Schnelle Anpassungsfähigkeit und effiziente Wartung: Sauberer Code reduziert die Zeit bis zur Wertschöpfung erheblich. Ignoriert man ihn jedoch, kann dies langfristig zu einem vollständigen Entwicklungsstillstand führen.
  • Verständlichkeit und gute Testbarkeit: Clean Code sorgt für eine stabile Software mit weniger Fehlern durch Missverständnisse. Zudem erfüllt ein gut getesteter Code mit höherer Wahrscheinlichkeit die Anforderungen der Stakeholder besser.
  • Geringere Onboarding-Zeit: Neue Entwickler finden sich schneller im Code zurecht, was die Einarbeitungszeit verkürzt und die Abhängigkeiten von wenigen auserwählten Experten verringert.
  • Einfacherer Ablöseprozess: Am Ende seines Lebenszyklus kann der Code leichter ersetzt werden, da Aufgaben und Seiteneffekte klar erkennbar sind, wodurch das Fehlerpotenzial sinkt.
  • Erhöhte Entwicklerzufriedenheit: Sauberer Code verbessert die Arbeitsqualität und steigert die Zufriedenheit der Entwickler, während unsauberer Code oft Frustration verursacht.

Sauberer Code legt den Fokus auf das Wesentliche: Mehrwert liefern. Er sorgt für eine schnelle, fehlerfreie und reibungslose Entwicklung, während schlechter Code ständig unerwartete Hindernisse schafft und die Planbarkeit zerstört. Daher ist Clean Code nicht nur ästhetisch, sondern macht Teams überhaupt erst handlungsfähig.

Clean Code Development – eine genaue Betrachtung

Im Alltag eines Entwicklers geht es unter anderem darum …

  • neue Features zu implementieren, 
  • den Code der Kollegen zu reviewen und 
  • Bugs zu beheben. 

Dafür muss die betroffene Codestelle nicht nur gefunden, sondern auch verstanden werden – eine echte Herausforderung, wenn der Code von einem anderen Entwickler stammt oder schon lange nicht mehr angefasst wurde.

Und genau hier betritt Clean Code die Bühne: Ein sauberer Code sollte nämlich leicht veränderbar und gut lesbar sein und somit die tägliche Arbeit der Entwickler erleichtern.

Person erklärt Konzepte von Clean Code vor Monitoren.
Werden Sie wieder handlungsfähig!

Informieren Sie sich jetzt über eine Software-Modernisierung inkl. Clean Code.

KISS, DRY, SRP – Clean-Code-Prinzipien im Überblick

Die Clean-Code-Prinzipien  sind Richtlinien, deren Einhaltung zu sauberem, effizientem und wartbarem Code führen kann. Diese Prinzipien dienen als Leitlinien und ersetzen nicht die Erfahrung des Entwicklers.

Grafik zeigt sechs Prinzipien für Clean Code: Lesbarkeit, Single Responsibility, Keep It Simple, Single Level of Abstraction, Don't repeat yourself, Komposition.

Bevorzugte Lesbarkeit

Wählen Sie bei mehreren Lösungswegen immer den, der für Dritte am einfachsten zu verstehen ist. Ersetzen Sie kryptische Variablennamen (z. B. "ints") konsequent durch sprechende Bezeichnungen (z. B. "ElapsedTimeInMilis"). Dies erhöht die Aussagekraft sofort und beschleunigt spätere Wartungsarbeiten.

Keep It Simple, Stupid (KISS)

Don't Repeat Yourself (DRY)

Single Responsibility Principle (SRP)

Single Level of Abstraction (SLA)

Komposition über Vererbung

Seien Sie einheitlich

Zwei Personen diskutieren über Clean Code am Laptop.
Optimieren Sie Ihre Software!

Wir identifizieren Schwachstellen, geben klare Empfehlungen und unterstützen Sie bei der Umsetzung von Clean Code.

Erprobte Praktiken beim Clean Coding

Zusätzlich zu den Clean-Code-Prinzipien gibt es auch bewährte Praktiken, die Entwicklern helfen, sauberen Code zu schreiben. Hier sind einige der wichtigsten Methoden:

Grafik zeigt fünf bewährte Praktiken für Clean Code: Buy Scout Rule, Ursachenanalyse, Iteration Reflexion 4-Augen-Prinzip, Test Driven Development, Technische Schuld..
  • Boy Scout Rule: Verlassen Sie den Code immer sauberer, als Sie ihn vorgefunden haben. Kleine, kontinuierliche Verbesserungen (z. B. Variablen umbenennen, Methoden extrahieren) verhindern den schleichenden Qualitätsverfall („Broken Windows Theory“) ohne großen Mehraufwand.
  • Ursachenanalyse (Root Cause Analysis): Beheben Sie nicht nur Symptome, sondern die Wurzel des Problems. Oberflächliche Fixes erhöhen langfristig die Komplexität und Fehleranfälligkeit der Software. Investieren Sie die Zeit, um zu verstehen, warum ein Fehler aufgetreten ist.
  • Iteration, Reflexion und das 4-Augen-Prinzip: Clean Coding ist ein kontinuierlicher Prozess. Betrachten Sie unsauberen Code als technische Schuld, verwalten Sie ihn in einem Technical Debt Backlog und planen Sie feste Zeiten für dessen Abbau ein. Ergänzend dazu sichert frühzeitige Reflexion die Qualität: Nutzen Sie Code-Reviews oder Pair-Programming, um Feedback direkt während der Implementierung zu erhalten. Auch Formate wie ein „Tech-Weekly“ fördern den Wissensaustausch im Team.
  • Test Driven Development (TDD): Schreiben Sie den Test vor dem eigentlichen Code. Dies erzwingt von Anfang an klare, entkoppelte Schnittstellen, da der Test als erster „Nutzer“ des Codes fungiert. TDD garantiert die fachliche Korrektheit und schafft ein Sicherheitsnetz für zukünftiges Refactoring.

Clean Code Development – Herausforderungen bei der Umsetzung

Jede Challenge kann gemeistert werden. Werfen wir einen Blick auf die möglichen Herausforderungen, denen man sich bei der Umsetzung möglicherweise stellen muss: 

Falsche Prioritäten (Feature vs. Qualität): Oft liegt der Fokus zu stark auf neuen Features, während die Code-Qualität vernachlässigt wird. Das Resultat: Die technische Schuld steigt, die Entwicklungsgeschwindigkeit sinkt.

  • Lösung: Nutzen Sie das oben genannte Technical Debt Backlog, um den Abbau von Schulden als festen Teil des Sprints einzuplanen.

Unklare Anforderungen: Wenn Anforderungen schwammig sind, passt die Lösungskomplexität oft nicht zum Problem oder Domänenbegriffe werden im Code falsch benannt.

  • Lösung: Klären Sie Begriffe und Logik bevor die erste Zeile Code geschrieben wird. Eine falsche Benennung ist später schwer zu korrigieren.

Mangelnde Disziplin & Legacy Code: Clean Code ist nie „fertig“. Es erfordert tägliche Disziplin aller Beteiligten, die Prinzipien einzuhalten. Besonders schwierig ist dies bei Legacy Code (bestehenden Projekten), da hier erst ein tiefes Verständnis der alten Strukturen nötig ist, bevor aufgeräumt werden kann.

  • Lösung: Etablieren Sie feste Routinen wie Code-Reviews (4-Augen-Prinzip) und Pair-Programming. Wenden Sie bei Legacy Code konsequent die Boy Scout Rule an: Verbessern Sie den Code schrittweise bei jeder Berührung, statt alles auf einmal umschreiben zu wollen.

Clean Code ist eine Investition, die sich auszahlt

Clean Code ist mehr als Ästhetik – er ist das Fundament für Software, die langfristig wartbar und erweiterbar bleibt. Wer heute an der Code-Qualität spart, zahlt morgen mit Zins und Zinseszins in Form von technischer Schuld.

Wir unterstützen Sie dabei: Ob bei der Sanierung von Legacy-Code, der Einführung von TDD oder durch gezielte Code-Audits – unsere Experten helfen Ihrem Team, die Prinzipien von Clean Code pragmatisch im Alltag zu verankern. Machen Sie Ihre Software zukunftssicher.

Besen fegt Code, symbolisiert Clean Code.
Bereit, Ihren Code zu entrümpeln?

Dann setzen Sie auf MaibornWolff.

FAQs zu Clean Code

  • Lohnt sich Clean Code auch bei Zeitdruck?

    Ja. Kurzfristig mag "schnell und schmutzig" Zeit sparen, aber mittel- bis langfristig verlangsamt schlechter Code die Entwicklung massiv ("Technical Debt"). Clean Code sorgt dafür, dass die Entwicklungsgeschwindigkeit (Velocity) konstant hoch bleibt.
  • Wie fange ich bei bestehendem "Legacy Code" an?

    Wenden Sie die Boy Scout Rule an: Versuchen Sie nicht, das gesamte System auf einmal neu zu schreiben. Verbessern Sie stattdessen bei jedem Bugfix oder neuen Feature den betroffenen Code-Abschnitt minimal. So steigt die Qualität iterativ.

  • Wie steht Clean Code im Zusammenhang mit agiler Entwicklung?

    Clean Code unterstützt agile Methoden durch kurze Feedback-Zyklen und die Fähigkeit, schnell auf Änderungen zu reagieren, was zu einer effizienteren Entwicklung führt.

  • Ist Clean Code nur für große Projekte relevant?

    Nein. Auch kleine Projekte profitieren von klarer Benennung und Struktur (KISS-Prinzip). Da kleine Projekte oft wachsen, legt Clean Code den Grundstein dafür, dass sie später skalierbar bleiben, ohne komplett neu geschrieben werden zu müssen.
Autor: Richard Gross
Autor: Richard Gross

Richard Gross ist Head of Software Archaeology und arbeitet seit 2013 im Bereich der IT-Modernisierung. Als Mitglied der Bereichsleitung treibt er Themen wie technische Exzellenz voran. Als Teamleiter und Architekt unterstützt er Teams dabei, so früh und kontinuierlich wie möglich einen Return on Investment zu erzielen. Um dies zu erreichen, coacht er Teams in den Bereichen Codequalität, Testautomatisierung und Collective Ownership. Sein technischer Fokus liegt auf hexagonalen Architekturen, TestDSLs, Hypermedia-APIs und der ausdrucksstarken und eindeutigen Modellierung der Domäne als Code. Richard teilt sein Wissen durch aktives Pair Programming sowie durch Schulungen, Fachartikel und Präsentationen auf internationalen Konferenzen. Er engagiert sich seit langem auch in dem Open-Source-Projekt CodeCharta, das es Nicht-Entwicklern ermöglicht, ein Verständnis für die Qualität ihrer Software zu gewinnen.

Finden Sie, was zu Ihnen passt
Verfeinern Sie Ihre Suche
Filter zurücksetzen