Mobile Engineering: Sieben Leitsätze

Sieben Leitsätze für nützliche mobile Software

   Mobile EngineeringUser Experience

1 | Prüfen Sie die Situation

Wollen Sie Mitarbeiter schnell informieren? Oder sollen Ihre Anwender ausgiebig stöbern? Werden die Nutzer den Content mit Kollegen austauschen? Stellen Sie sich möglichst genau die Situationen vor, in der Ihre Zielpersonen Ihre mobile Anwendung nutzen: Ort, die Internetanbindung, die Situation des Benutzers und den Nutzen Ihres Angebots sind wesentlich.

2 | Der Ort beeinflusst das Konzept

Hält sich Ihr Anwender in einer Stadt oder im ländlichen Raum auf? Ist er in einem Gebäude oder draußen? Fährt er im Zug oder im Auto? Verwendet er Ihre mobile Anwendung an mehreren Orten? Gleichen sich die Orte? Wie schnell wechselt der Nutzer Ort und Position? Diese Faktoren beeinflussen das Konzept Ihrer mobilen Anwendung: Mobile Software für unterwegs sollte sparsam mit der Batterie umgehen. Planen Sie Sprachsteuerung für Anwendungen, die während der Autofahrt genutzt werden. Und mobile Outdoor-Software braucht ein Interface, das sich auch bei hellem Sonnenschein blendfrei lesen lässt.

3 | Connectivity und Daten-Management

Wie zuverlässig und leistungsstark ist die Internet-Anbindung an den Nutzungsorten? Davon hängen Schnelligkeit und Nutzwert Ihrer Anwendung ab. Connectivity kann sogar über Sinn und Unsinn Ihrer Anwendung entscheiden. Räumen Sie Unsicherheiten aus. Befragen Sie typische Nutzer und prüfen Sie die Anbindung vor Ort. Überdenken Sie die auszutauschenden Datenmengen, wenn die Verbindung voraussichtlich oft schlecht ist. Prüfen Sie Alternativen: Verteilen Sie Daten auf mehrere Ansichten, zeigen Sie nur aktuelle Informationen an und behalten Sie den Altstand für den Fall einer fehlgeschlagenen Abfrage.

4 | Die innere Verfassung des Nutzers

Hat Ihr Anwender Zeit oder muss es schnell gehen? Nutzt er nur Ihre Anwendung oder ist er im Multitasking-Modus? Soll er konzentriert Daten eingeben? Dann verzichten Sie am besten auf Animationen und Soundeffekte. Wie wirkt Ihre Anwendung auf den Nutzer? Spiegelt sie die Unternehmenswerte? Ein innovatives Unternehmen ist mit einem alt aussehenden iOS-6-Interface schlecht bedient.

5 | Fokussieren Sie auf das Hauptbedürfnis

Welches Anliegen bedient Ihre Applikation? Wenn es mehrere sind: Wie hängen sie zeitlich, örtlich und prozessual zusammen? Eine Party-Organizer-Software für ein einmaliges Event könnte Zeitpunkt-zentrisch gebaut werden. Auf den ersten Blick bietet sich eine Zweiteilung in Pre-Termin-Elemente und Post-Termin-Elemente an. Bei genauer Analyse zeigt sich: Viele Abläufe reichen in den anderen Zeitbereich hinein. Eine Teilung in zwei Bereiche ist weniger sinnvoll als es zuerst scheint. Fassen Sie alle Anwendungsfälle zu einer Nutzenerzählung zusammen. Definieren Sie Verwendungsszenarien.

6 | Die Dreißig-Sekunden-Regel

Mit abnehmender Bildschirmgröße sinkt die Aufmerksamkeitsspanne des Nutzers. Je kleiner das Gerät, desto mehr muss sich der Anwender konzentrieren und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er abspringt. Beachten Sie für Smartphone-Applikationen die Dreißig-Sekunden-Regel: In dieser Zeit muss der Nutzer die Anwendung als effizient, hilfreich und wertschöpfend empfinden. Lassen Sie Ihre Smartphone-Anwendung schneller auf den Punkt kommen als Tablet-Software! Legen Sie die Applikationen für Tablets eher zum entspannten Surfen und Stöbern aus. Beobachten Sie sich selbst – es gibt Applikationen im App Store, deren Bedienkonzept nicht intuitiv nachvollziehbar ist. Das sorgt für Stress. Das Ergebnis sind Nicht-Nutzung und Deinstallation.

7 | Nur das Wesentliche zählt

Vermeiden Sie den häufigsten Fehler in mobilen Anwendungen: Zu viel! Entlasten Sie Ihre Nutzer und reduzieren Sie die Funktionen auf das Wesentliche. Sorgen Sie dafür, dass Ihre mobile Software stabil läuft, intuitiv zu bedienen ist, Leichtigkeit vermittelt und das Auge erfreut. Wenn Sie dann noch genau die richtige Menge an Funktionen mitbringt, um nützlich und effizient zu sein, haben Sie die Voraussetzungen für den Erfolg geschaffen. Sie brauchen Mut zur Reduktion. Ein externes Auge sieht Prozesse und Aufgaben oft unbelastet davon, wie die Dinge schon immer gemacht wurden. Planen Sie in frühen Phasen der Entwicklung Zeit für Nutzertests ein, stellen Sie sich dem Feedback und hinterfragen Sie das Konzept Ihrer mobilen Software immer wieder.

 

Zurück zum Newsletter

Sprechen Sie mit uns

Rufen Sie Sebastian Krieg in München an unter 0151 544 22 063

Rufen Sie Volker Maiborn in München an unter 0151 544 22 015