#whatsonyourmind, Philippe Schrettenbrunner?

"Code ist Poesie"

   AgilDevOpsSoftwarebau

Unter dem Hashtag #whatsonyourmind beschreibt Philippe Schrettenbrunner, was ihn bewegt. Phil ist Software Crafter bei MaibornWolff. Er sagt:

Wir coden schon lange nicht mehr für den Compiler. Wir coden für Menschen. Mein Kriterium für guten Code ist: Kann den Code auch jemand anderes lesen? Sind zum Beispiel die Variablen angemessen benannt? Und ist er von der Struktur her sinnvoll aufgebaut? Oder braucht er viele, erklärende Kommentare, die dann auch noch lieblos reingeklopft und voller Typos sind?

Das Dumme ist: Auch Spaghetti-Code funktioniert. Wenn eine Software läuft, ist es Anwendern egal, was dahinter ist. Aber wenn ihr anfangt, Software-Prinzipien zu vernachlässigen, wird es teuer. Das Motto: „Hauptsache, es funktioniert und wir haben die Deadline gehalten“ funktioniert höchstens auf kurze Sicht. Software lebt: Je schwieriger es ist, sie weiterzuentwickeln, desto teurer wird sie.

Code ist wie eine Küche: Sie wird im Betrieb schmutzig – da muss man immer wieder mal aufräumen. Oberflächliches Wischen hilft nicht langfristig. Diese Disziplin fällt auch mir nicht leicht. Ich bin ungeduldig. Aber wenn wir langsamer werden, weil wir über unsere eigenen schmutzigen Ecken stolpern, das ärgert mich dann richtig.

Unsauberer Code entsteht oft dort, wo Entwicklerinnen und Entwicklern das Big Picture fehlt – also Struktur, Planung und Durchgängigkeit. Und dann gibt es auch einzelne Begnadete, die sehr abstrakt denken können – die glauben dann manchmal: „Wer das nicht versteht, der versteht gar nichts.“ Um Code auditieren zu können, muss er lesbar sein. Je klarer strukturiert und je kleiner die Einheiten, desto besser kann das Audit durchgeführt werden.

Überlegt euch, wie groß die Reichweite ist: Wenn ihr zum Beispiel eine Variable habt, die nur zwei Zeilen gilt, nennt sie, wie ihr wollt. Wenn sie für das Modul oder das ganze Projekt gilt, dann investiert genügend Zeit für den Namen.

Code ist Poesie. Es gibt kein: Jetzt isses fertig. sondern ein: Für den Kontext ist es gut genug. Es gibt immer individuelle Präferenzen – ihr müsst euch auf Projektstandards einigen. Und wie bei einem guten Gedicht gilt: Wenige, klare Regeln helfen. Projektteams, die das verstanden haben, erzeugen nicht nur guten Code: da stimmen dann meistens auch die User Stories, die Dokumentation, das Tutorial und die Bugreports.

#whatsonyourmind

Geht es dir auch so in deinen Projekten? Was erlebst du beim Coden? Whats on your mind? Unsere Software Crafterinnen und Crafter sind gespannt auf Deine Meinung