Freiflug

Warum ein Standort Tunis?

 und Petra Meyer @wunderimalltag auf Twitter
3. Dezember 2018

Seit Herbst 2018 stellen wir neue Kolleg*innen in Tunis ein. Was dahinter steckt, erfragte Petra Meyer bei Holger Wolff:

Frage: Holger, Du bist einer von vier Gründern, die im Sommer 1989 ihr gemeinsames Unternehmen beim Münchner KVR anmeldeten. Mittlerweile ist daraus ein Team aus 450 Köpfen an fünf Standorten geworden: München war lange die einzige Heimat des Unternehmens, bevor 2012 Frankfurt am Main, 2015 Berlin und 2017 Augsburg dazu kamen. Und nun Tunis als Standort Nummer fünf. Warum Tunis?

Antwort:

Unser tunesischer Kollege Sadok (Chekir) hat mir vor einiger Zeit von seinem großen Ziel erzählt: nach Tunesien zurückkehren. Er hat in Deutschland Nachrichtentechnik studiert und in mehreren Unternehmen als Software-Entwickler und IT-Architekt gearbeitet. Das fand er nicht schlecht. Sein Traum sah trotzdem anders aus.

Sein Anliegen traf bei mir auf ein offenes Ohr, weil ich mich gerade im Senat der Wirtschaft mit der Stabilisierung der Wirtschaften auf dem afrikanischen Kontinent beschäftigt hatte. Der Hintergrund ist meine Tätigkeit als Mitglied im Senat der Wirtschaft. Wir haben gemeinsam mit dem Club of Rome einen Marshallplan mit Afrika entwickelt. Adressat war Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Pressemeldung von November 2016). Das Anliegen des Marshallplans mit Afrika ist die Stabilisierung des Kontinents durch nachhaltige Investitionen vor Ort.

Ein Standort von MaibornWolff in Tunis entstand so aus dem Zusammentreffen von zwei Gelegenheiten. Das war Anfang 2016. Jetzt baut Sadok unseren Standort in Tunis auf.

 

Frage: Wie sind die Rahmenbedingungen für einen Standort Tunis?

Antwort:

Aus unserer Sicht gibt es genügend stabile wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen, um am Standort Tunis gleich zwei unterschiedliche Ziele zu bedienen: Wir finden im großen Angebot an Software-Ingenieurinnen und Software-Ingenieuren die hochwertigen und kreativen IT-Talente, die in Deutschland Mangelware sind. Und wir stabilisieren die Wirtschaft vor Ort mit unserem Engagement ein wenig, statt Profiteur eines Brain Drain zu sein.

 

Frage: Wie ist der aktuelle Stand?

Antwort:

Wir haben im Moment fünf Angestellte am Standort Tunis, drei Mitarbeiterinnen und zwei Mitarbeiter. Ein Übergangsbüro haben wir auch schon gefunden, als nächstes steht – neben mehr Menschen für unser Team vor Ort – die Bürosuche an.

 


 

Mehr über unser Büro in Tunis und aktuelle Stellenangebote findest Du auf dieser Seite (englisch).

Kommentare

Leider suchen sich heute viele Unternehmer ihre Standorte allein vor dem Hintergrund der Steueroptimierung aus. Dass man mit einer geschickten Standort-Wahl viel Gutes für Menschen erreichen kann, sollte aber doch eigentlich eine viel größere Motivation sein!

Euer Standort in Tunis ist ein gutes Beispiel dafür, wie man als Unternehmen ganz konkret etwas verbessern kann und dabei wirtschaftlich handelt. Viel nachhaltiger als alles, was die Politik mit Steuermitteln irgendwo aus dem Boden stampfen kann.

Man muss aber gar nicht in die Ferne schweifen. Wie wäre denn ein Standort im Ruhrgebiet zur Bschleunigung des Strukturwandels? Ein schnellerer Ausstieg aus der Kohle würde wohl auch vielen Menschen auf der ganzen Welt helfen. Den einen oder anderen qualifizierten Interessenten wüsste ich da wohl schon ;-)

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