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Enterprise Architecture Management – Werkzeug für die digitale Transformation

Von Hanna Halbroth
30. Oktober 2017

Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen hängt unter den zunehmend dynamischen Marktbedingungen immer stärker von Ihrer Fähigkeit ab, neue Technologien für das eigene Geschäft analysieren, bewerten und im Rahmen innovativer Prozesse, Produkte und Geschäftsmodelle einsetzen zu können (Kröschel 2016).

Ohne eine adäquate IT-Unterstützung ist dies nicht möglich, denn die dafür anstehenden Veränderungen innerhalb der Organisation sowie bei Geschäftsprozessen und Produkten lassen sich weder schnell genug, noch zu marktgerechten Preisen realisieren (Hanschke 2012). Hinzukommt, dass die reine Fokussierung auf neue Technologien ebenfalls nicht ausreichend ist, um eingesessene Unternehmen vor dem Aussterben zu bewahren. Vielmehr müssen die ergriffenen Maßnahmen zusammen mit den übergreifenden Unternehmenszielen kontinuierlich weiterentwickelt und konsistent gehalten werden (Abholhassan 2016). 

Dies ist bei mehr als einem Drittel (37%) aller Unternehmen in Deutschland nicht der Fall, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands BITKOM. Demnach verfolgen Unternehmen eher einzelne Strategien, die „verschiedene Aspekte der Digitalisierung“ adressieren (Bitkom Resarch GmbH 2016). Es fehlt offensichtlich an einem Werkzeug, das diese einzelnen, verstreuten Bemühungen ganzheitlich betrachtet und Unternehmen dazu befähigt richtungsweisend zu handeln und digitale Transformationen ganzheitlich zu managen.

In vielen großen IT-Organisationen übernimmt das Enterprise Architecture Management (EAM) diese Aufgabe. EAM ist eine gestaltungsorientierte Management-Disziplin, deren Kernaufgabe die strategische Erstellung, Pflege und Umsetzung der Unternehmensarchitektur ist.

Eine Enterprise Architecture (EA) verdeutlicht in einer modellgestützten Repräsentation die fundamentalen Strukturen eines Unternehmens, einschließlich

  • dessen Komponenten,
  • deren Beziehungen zueinander und zu ihrer Umgebung, und
  • der notwendigen Prinzipien zur ihrer Erstellung und Pflege.

Die Weiterentwicklung der EA geschieht in fester Abstimmung mit der übergreifenden Unternehmensstrategie und den Unternehmenszielen (Hagen 2014). 

Anwendungslandschaft und Geschäft zusammenbringen

Eine EA modelliert damit „sowohl fachliche als auch technologische und psychosoziale Aspekte und deren Zusammenhänge und Abhängigkeiten“ (Gabriel 2013). Im Sinne des IT-Business-Alignment werden neben der Anwendungslandschaft auch die Anforderungen des Geschäfts berücksichtigt. Dies wird ermöglicht, indem eine EA in mehrere Sub-Architekturen, wie Geschäfts-, Anwendungs-, Daten-/Informations- und Technologiearchitektur unterteilt wird.  Die Abstraktion von fachlichen Spezifika und die Fokussierung auf konkrete Inhalte unterstützt und ermöglicht somit die ganzheitliche Betrachtung eines Unternehmen. Genau diese gewonnene Transparenz über die Unternehmenstrukturen und deren Zusammenhänge ist die grundlegende Voraussetzung, um die immer weiter steigende Komplexität zu beherrschen, der sich Unternehmen im Kontext der Digitalisierung gegenübersehen (Hanschke 2013; Reuter und Dadam 2013). 

Durch ein systematisch betriebenes EAM erhalten IT-Manager und IT-Strategen

  • Transparenz über die IT- und Geschäftsstrukturen und Komponenten sowie deren Beziehungen und Abhängigkeiten.
  • Komplexitätsreduktion,
  • besseres Business-IT-Alignment sowie
  • die Möglichkeit für das Planen und Umsetzen ganzheitlicher Transformationen. 

Das strategische Transformationspotential der Managementdisziplin basiert auf folgenden Schlüsselkomponenten im EAM: Frameworks, Modelle, Stakeholderanliegen und Prinzipien (Op`t Land et al. 2009). 

EAM bringt der Unternehmens-IT die dringend benötigte Flexibilität und Handlungsfähigkeit, um geschäftsseitig schneller auf Veränderungen und Forderungen des Marktes reagieren zu können. Aufgrund aktueller Modelle lassen sich auch die Auswirkungen von Änderungen oftmals auf einen Blick erkennen. Aufgrund dieser Eigenschaften gilt EAM in Theorie und Praxis als bewährtes Steuerungsinstrument für die erfolgreiche Umsetzung ganzheitlicher Unternehmenstransformationen.

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