Techblog

Mit AR und VR durch Software City

 und Stefan Kassal
4. Juli 2017

Software-Karten visualisieren Code auf eine Art, die auch Nicht-Techniker sofort verstehen: Aus Metriken der Software wird eine Stadt aufgebaut. Die Stadtmetapher wird spontan und intuitiv erfasst. Sie hilft Entwicklern, Projektmanagern und Produkt Ownern beim Austausch über ihr gemeinsames Projekt. Versteckte Komplexitäten und Brennpunkte werden für jeden sichtbar. Beim InnoSummit 2017 in München hat die Lösung für Begeisterung gesorgt und prompt einen Preis abgeräumt!

Code-Analyse als Stadtführung

Software-Karten sind ein netzwerkfähiges, kollaboratives Werkzeug zur Code-Analyse. Dank einer Kombination aus AR- und VR-Technologie werden Code-Analysen jetzt zu virtuellen Stadtrundgängen. Ein Software-Entwickler bewegt sich mit seiner HTC Vive frei in einer virtuellen Software-Stadt. Die anderen Teilnehmer folgen ihm mit der Microsoft HoloLens. Diese Kombination aus Virtual- und Augmented-Reality-Brillen macht den Austausch über die Software zum 3D-Erlebnis: Die Stadt wird in ihrer AR-Umgebung als Hologramm auf eine beliebige Fläche projiziert, zum Beispiel den Besprechungstisch. 

Mit VR und AR im 3-D-Modell einer Software-Stadt unterwegs. Auf dem Screen sieht man die Live-Preview der VR-Sicht. 

 

Der Stadtführer mit seiner VR-Brille erscheint im Hologramm. Sein Standort und seine Blickrichtung sind für alle jederzeit sichtbar. Guide und Teilnehmer können einzelne Gebäude markieren und gemeinsam diskutieren. So ist immer klar, über welches Objekt man gerade spricht. 

Die Software-Stadt ist ein 3D-Modell; sie ergänzt die zwei Dimensionen eines herkömmlichen Monitors um die Rauminformation. Alle Beteiligten befinden sich direkt im Code. Der Software-Architekt kann die Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigen und erläutern, also zum Beispiel kritische Codestellen mit Handlungsbedarf.

AR-Sicht der Software-Stadt: Das 3-D-Modell überlagert und erweitert die reale Umgebung - etwa das Kabel oben rechts. 

AR und VR kombinieren

VR und AR werden bis jetzt nur selten kombiniert. Im Moment gibt es einzelne prototypische Ansätze. Sie sind aber noch weit von einer produktiven Umsetzung entfernt. Die Hardware ist teuer und noch nicht verbreitet. Und auch fehlende Use Cases führen dazu, dass bis jetzt kaum an der Verzahnung der beiden Technologien geforscht wird.

Unser Setup mit HTC Vive und mehreren HoloLense-Modellen ist momentan noch wenig praktikabel. Der Preis von über 3.000 Euro pro Gerät und der Aufwand stehen in unserem Projekt noch in keinem Verhältnis zum Nutzen. Das wird sich allerdings in naher Zukunft ändern, wenn die neue Generation der AR-Brillen am Markt ist.

Unser Projekt zeigt die Potenziale der Verbindung von AR und VR als Proof-of-Concept. Die von mehreren Nutzern gleichzeitig sichtbare Projektion eines Hologramms ist das nächste Level des Screen-Sharing. Die plastische Darstellung von dreidimensionalen Objekten steigert den Immersionsgrad in ungeahnte Höhen.

Das hat auch die Jury beim IT-Innovation Summit 2017 überzeugt. Sie hat uns mit dem 2. Platz im Bereich Technology belohnt. Wenn das mal kein Ansporn ist ...


* Für die Generierung von Software-Städten eignet sich zum Beispiel das von uns entwickelte Open-Source-Tool CodeCharta. Für unser AR-VR-Projekt haben wir ein anderes Tool benutzt, da CodeCharta noch nicht ganz fertig war. 

Neugierig auf SoftwareCity? Arnold Schlegel gibt in seinem Blog-Artikel Einblick in die Entwicklung des Projekts. 

 

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