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Speed Engineering: Mehr als schnelles Deployment

4. Dezember 2015    Agil / Lean / Microservices / NSE / SPEED

Agil, Scrum, Microservices

Releases werden im Stundentakt ausgerollt, Entwicklung und Betrieb rücken zusammen und komplette Umgebungen stehen in Sekunden bereit: Das Software-Engineering erlebt derzeit eine immense Umwälzung. 50 CIOs und IT-Leiter debattierten beim Jahrestreffen des Netzwerks Software Engineering, wie sie mit dem rasanten Tempo umgehen: Wie profitieren sie von der neuen Art, Software zu bauen? Wie halten sie angesichts der Schnelligkeit die Qualität? Sind Continuous Delivery, DevOps, Infrastructure as Code, Prototypenbau und Microservices gute Beschleuniger? Und vor allem: Wie organisieren sie das Nebeneinander von klassischer IT und Highspeed-IT technisch und kulturell?

Alexander Hofmann, Technischer Geschäftsführer von MaibornWolff: „Schnelle IT passt besser zu unserer Art zu lernen und Neues auszuprobieren. Wir schalten eine Funktion live, sehen sofort, wie Kunden reagieren, beheben Fehler und bekommen wieder Feedback. Mit aktuellen Technologien wie Microservices, Virtualisierung, Testautomatisierung und DevOps tickt IT endlich so schnell, wie wir sie brauchen.“

Martin Sturzenhecker, Bereichsleiter bei MaibornWolff, fordert als Fazit der Diskussion einen Kulturwandel: „Speed braucht mehr als Schnelligkeit im Deployment und in der Entwicklung. Es geht um eine gemeinsame Vision aller beteiligten Disziplinen: Wir realisieren nicht einfach neue Funktionen, rollen neue Releases aus oder testen ein System. Sondern wir alle bauen das beste Produkt der Welt. Mit diesem Fokuswechsel wird aus Deployments im Stundentakt, automatisiertem Testing, kurzen Entwicklungszyklen und schnellen Produktinnovation ein Unternehmen mit Speed.“

Die Vorträge zeigten, dass Tools vorhanden und ausgereift sind: Andreas Hankel von ImmobilienScout24 berichtete, wie die Entwicklungsmannschaft des Immobilienportals mit Continuous Delivery im Stundentakt Features ausliefert. Das schnelle Deployment hebt nebenbei die Codequalität: Jeder arbeitet genauer, wenn Code schnell live geht.
Dr. Benedikt Elser von der Deutschen Bahn begeistert mit Prototypen viele Kollegen im eigenen Projekt und darüber hinaus. Sein Fazit: Um klassische IT und die Hochgeschwindigkeits-IT zu verknüpfen, braucht man Mut und Geduld. Dr. Philipp Rautenberg von der Max-Planck Digital Library zeigte in seinem Vortrag „Continuous Communication“, warum wir durch schnelles Feedback besser lernen. Abschließend stellte Dr. Boris Bokowski von Google vor, wie Google durch seinen Entwicklungsprozess, mit Tools und mit Microservices das Tempo gleichmäßig hoch hält.

Im Netzwerk Software Engineering tauschen sich rund 200 IT-Leiter, IT-Architekten und Testexperten über Unternehmensgrenzen hinweg aus und diskutieren aktuelle IT-Trends und Best Practices. Es wurde 2012 von MaibornWolff ins Leben gerufen. Der Münchner IT-Dienstleister richtet zwei Veranstaltungen pro Jahr aus: Der NSE-Tag im Frühjahr ist durch die Hands-on-Session besonders praxisnah. Das NSE-Jahrestreffen im Herbst widmet sich strategischen IT-Themen. Die Fachvorträge und Erfahrungsberichte beim Hands-on-Tag im Frühjahr und dem Jahrestreffen im Herbst kommen von IT-Verantwortlichen aus Industrie-Unternehmen.